Wenn Kinder in die Schule kommen, ist vieles neu, vieles ganz anders. Die Kinder sind zunehmend jünger und der Übergang ist für einige Kinder nicht einfach.
Um den Übergang möglichst angenehm und unproblematisch zu gestalten, gibt es bei uns an der Ludgerusschule einen Vorkurs. In einem Zeitraum von der Einschulung bis ungefähr zu den Herbstferien wird ein ganz besonderer Stellenwert darauf gelegt, dass die neuen Erstklässler in der Schule ankommen, sich wohlfühlen und die Schule kennenlernen sollen und dürfen, eben richtige Schulkinder werden.
Nachdem die Kinder König Kunibert in der ersten Schulwoche bei vielen schwierigen Aufgaben geholfen haben, wissen Lehrer und Sozialpädagoge, was die Kinder können und wo Forder- und Förderbedarf besteht. Inhaltlich liegt im Deutschunterricht der Schwerpunkt auf Reimen, Silben und Anlauten; den Bildern der Schreibtabelle und dem Wortschatz des Lehrwerks Zebra. In Mathematik sind Wahrnehmungsübungen ein wichtiger Bestandteil des Vorkurses; Farben, Formen, die Lage im Raum und Mengen und Zahlen von 1 bis 10 werden trainiert.
Durch die Eingangsdiagnostik mit König Kunibert und Beobachtungen im Unterricht, wissen die Lehrer um die Fähigkeiten der Kinder, erkennen ersten Forder- und Förderbedarf. Leistungsstarke Kinder arbeiten in ihrem Tempo differenziert schon weiter, jedes Kind arbeitet von Beginn an in seinem Lerntempo.
Das Klassentier dient als Identifikationsfigur, es erlebt vom ersten Schultag an dieselben Dinge wie die Kinder, es tröstet und hilft, es hat ähnliche Sorgen und Erfolgserlebnisse.
Die Schule und die Arbeitsmaterialien werden kennengelernt und mit allem, was so in der Schultasche und im Klassenraum ist, wird gearbeitet. Es wird geklebt, geschnitten, gefaltet, mit Wasserfarben gemalt, mit Alltagsmaterialien Kunstwerke erschaffen und ein Geburtstagskalender gebastelt. Die Werke werden im Klassenraum ausgestellt und präsentiert. So wird der Klassenraum zum Klassenraum der Kinder. Die ersten Klassendienste werden eingeübt und die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen. Die Paten aus der vierten Klasse sind da und helfen bei allem Neuen. Das gibt Sicherheit. Die Kinder lernen sich gegenseitig und die Lehrer kennen, sie sprechen miteinander und erzählen von sich, von ihren Gefühlen und was sie schon gut können, so entwickelt sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl und die Klassengemeinschaft.
Es wird gespielt und gesungen, erste kleine Ausflüge gemacht, die Wochenhausaufgaben kennengelernt, spielerisch Konzentration und Wahrnehmung trainiert. All dies geschieht mit viel Zeit, es wird ganz individuell auf jedes Kind eingegangen.
So sind nach diesen Anfangswochen die Grundlagen gelegt um mit Freude schreiben, lesen und rechnen und vieles, vieles mehr zu lernen.